Bewegende Kampagne von der Werbeagentur Serviceplan

Bewegende Kampagne von der Werbeagentur Serviceplan

Der zunehmende Rechtsextremismus in Deutschland wird im Marketing immer mehr zum Thema.

Auch eine Stuttgarter Werbeagentur wie wir darf Kampagnen anderer Agenturen für außergewöhnlich gut befinden. Zum Holocaust-Gedenktag hat Serviceplan Berlin für den Zentralrat der Juden jetzt eine Kampagne gegen Antisemitismus entwickelt, die zeigt, wie emotional Kreation mit KI sein kann. 

#StopRepeatingStories

heißt der Auftritt, der die Menschen darauf aufmerksam machen soll, wie stark antisemitische Straftaten in den letzten Monaten in Deutschland zugenommen haben: Laut Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für den Kampf gegen Antisemitismus, hat es seit dem Kriegsbeginn im Nahen Osten am 7. Oktober 2023 hierzulande insgesamt 2249 antisemitisch motivierte Straftaten gegeben. Das sind fast genauso viele wie im gesamten Jahr 2022.

 
Um zu demonstrieren, dass Antisemitismus kein Problem der Vergangenheit ist, sondern aktuell immer größer wird, und die Bevölkerung gleichzeitig zum Handeln aufzufordern, setzt Serviceplan Berlin in seiner Arbeit für den Zentralrat der Juden auf die kreative Power von Künstlicher Intelligenz. Im Mittelpunkt steht des Spots steht eine junge jüdische Protagonistin namens Lea, die von antisemitischen Vorfällen in ihrem Alltagsleben erzählt. Zu Beginn des Films wird sie mithilfe von KI als alte Dame dargestellt, was den Eindruck erzeugt, sie wäre eine Zeitzeugin des Holocaust. Doch währens sie im Verlauf des Spots immer jünger wird, wird klar, dass der Bericht der jungen Lea aus der Gegenwart stammt. Am Ende steht die eindringliche Botschaft: „Wie es anfängt, erinnert an damals. Wie es weitergeht, entscheidest du.“
 

„Antisemitismus ist in allen Bereichen unserer Gesellschaft spürbar. Häufig werden Jüdinnen und Juden, die Antisemitismus erfahren, aber nicht ernst genommen; ihre Erfahrungen werden relativiert und zum Teil heruntergespielt“,

 
sagt Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden. „Wir wollen mit dieser Kampagne deutlich machen, dass Antisemitismus real ist, dass er Jüdinnen und Juden in ihrem Alltag betrifft. Ich erhoffe mir dadurch mehr Empathie der Gesamtgesellschaft für den Antisemitismus der Gegenwart, gerade in Zeiten des öffentlichen Gedenkens an die Shoah.“
 
Jeannette Bohné, Kreativgeschäftsführerin bei Serviceplan Berlin, ergänzt:
 

„#StopRepeatingStories ist für uns eine absolute Herzenskampagne. Um Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu bekommen und Emotionen anzusprechen, braucht es starkes, überraschendes und innovatives Storytelling. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz zeigen wir, wie schnell die furchtbare Vergangenheit zur Gegenwart werden kann und dass es an uns allen ist, für mehr Toleranz zu sorgen. Denn nie wieder ist jetzt und jeden Tag.“

Der Kampagnenfilm ist seit dem 27. Januar – dem Holocaust-Gedenktag – in den Digital- und Social-Media-Kanälen zu sehen. Bereits nach zwei Tagen wurde er hunderttausendfach gesehen und von prominenten Aktivisten wie Raul Krauthausen geteilt. In den kommenden Wochen kommen noch weitere Filme zum Einsatz. Zudem wird die Kampagne mit aufmerksamkeitsstarken Out-of-Home-Maßnahmen ergänzt. So ist etwa am Hermannplatz in Berlin aktuell eine 10 mal 7,5 Meter große Projektion des Spots ins Dauerschleife zu sehen. Über einen QR-Code gelangen die Zuschauenden auf die Landingpage stop-repeating-stories.org, die als Ankerpunkt der Kampagne fungiert.

Neben der Kreation ist Serviceplan mit seiner Unit Serviceplan Make auch für die Produktion des Films und der Kampagnenassets zuständig. Regie bei dem Spot führte Benjamin Wolff. Mediaplanung und -einkauf steuert Mediaplus, die Website wurde von Plan.Net TechNest entwickelt. Die Musik kommt von Not A Machine. Die OOH-Maßnahmen wurde in Zusammenarbeit mit Concrete Candy und Wedia Out of Home platziert. Zum Schutz der Identität der realen Betroffenen werden die Erzählungen in den Filmen übrigens von Schauspielerinnen und Schauspielern nacherzählt. Namen und Details, die auf die Person hinweisen können, wurden geändert.